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Jahreshauptversammlung

Chronik von 1875

Feuerwehrhaus von 1961

In den 60er Jahren wurde die Dorfchronik bei Aufräumarbeiten auf dem Hof Spöring „wiederentdeckt“ und in den darauffolgenden Jahren von Hermann Rüpke gesichtet und fortgeführt. Dabei ist man auf einige alte Schriftstücke gestoßen, welche belegen, daß die Feuerwehr Südkampen am 4. Januar 1875 gegründet wurde.

Chronik der Feuerwehr Südcampen von 1875

1874 wurde ein Antrag an das landschaftliche Kollegium des Fürstentums Lüneburg zur Beihilfe der Kosten für die Anschaffung einer Feuerspritze in Südcampen gestellt. Aufgrund dieses Antrages wurde die Gründung einer Feuerwehr zur Bedingung gemacht.

Am 4. Januar 1875 wurde dann die eidliche Inpflichtnahme der von Amtswegen erschienenen Spritzenleute für die Gemeinde Südcampen:

 

1. Halbmeier Heinrich Kruse
2. Abbauer Heinrich Worthmann
3. Anbauer Friedrich Lührs
4. Köthner Georg Bosse

im Amt Boitzen durchgeführt mit dem Eid:

Ich schwöre, dass, nachdem ich zum Spritzenmann bei der Südcampener Feuerspritze bestellt und erwählt bin, ich mich in diesem mir anvertrauten Dienste treu und fleißig erweisen, sobald in Südcampen oder in der Nähe Feuer ausbricht, sofort zur Spritze eilen und dieselbe nach Anweisung der zuständigen Vorgesetzten nach der Brandstätte schaffen und dort unter deren Leitung nach meinen besten Kräften bedienen und soviel an mir ist zur Erhaltung und Reinigung der Spritze nach Anweisung der Vorgesetzten beitragen und überhaupt als getreuer und ehrlicher Spritzenmann mich betragen will.
So wahr mir Gott helfe.

Somit steht fest: Im Jahre 1875 wurde die Feuerspritze, im Zustand wie sie noch heute ist, angeschafft, ein Spritzenhaus gebaut und eine Feuerwehr gegründet.


Ein Auszug aus der Vereinigten landschaftlichen Brandkasse zu Hannover mit Bemerkungen über die Behandlung der Feuerspritzen besagte:

Bei einem Brande ist es nicht zu vermeiden, dass die Spritze beschmutzt wird.
Sie muß darum so bald als möglich nach dem Gebrauche gereinigt und getrocknet werden.
Man soll niemals das Wasser, in der irrigen Meinung, dadurch die Spritze stets diensttauglich zu erhalten, längere Zeit in dem Spritzenwerke stehen lassen, weil durch die Berührung des Metalls mit dem Wasser sich Niederschläge bilden, welche die Wirksamkeit des Spritzenwerks beeinträchtigen.
Im Winter ist bei sehr niedrigen Temperaturen, etwas Salz dem Spritzenwasser beizufügen, damit es nicht einfriert.
Um mit dem Spritzenschlauche möglichst nahe an das Feuer gelangen zu können, damit der Wasserstrahl in geschlossener Form auf den brennenden Gegenstand geleitet werden kann, ist oft ein Besteigen des Daches nötig. Zu diesem Zwecke sind Leitern vorrätig zu halten, und zwar in Ortschaften mit vorwiegend einstöckigen Gebäuden so genannte Dachleitern von etwa 40 Fuß Länge (ca. 12m). In Orten mit höherer Bebauung sind Leitern von etwa 20 Fuß Länge bereitzuhalten, um damit von Geschoß zu Geschoß zu gelangen. Da der Umgang mit diesen Leitern ein hohes Geschick erfordert, sollten dieselben nur in Orten mit einer Turnerwehr angeschafft werden.

Zu einer Feuerspritze gehören folgende Gerätschaften:

  • ordnungsgemäß verpackte Schläuche
  • Schraubenschlüssel
  • Handrohr nebst Mundstücken
  • eine Anzahl Eimer
  • sowie ein oder zwei Laternen
  • eine Haue
  • eine kleine Axt oder Beil
  • ein Holzhammer
  • eine Zange eine Ölkanne nebst Kerze und Feuerzeug
  • Leinwand und Bindfaden zur Nothilfe bei den Schläuchen
  • und einige Stricke


Zur Aufbewahrung der Spritze ist ein trocken und luftig belegenes Spritzenhaus erforderlich. Dasselbe muß leicht zugänglich möglichst in der Mitte des Ortes liegen.
Der Verschluß des Spritzenhauses geschieht mittels eines Vorlegeschlosses welches mit einer Kette an der Tür zu befestigen ist. Zu dem Schlosse müssen 4 Schlüssel vorhanden sein:

  • einer für den Ortsvorsteher
  • für den Spritzenmeister
  • für den nächsten Nachbar und
  • für den Nachtwächter

Die Spritze muß mindestens zweimal im Jahr probiert werden.
Zur Bedienung bedarf es :

  • einer Mannschaft zum Pumpen
  • ein Spritzenmeister - verantwortlich für die Spritze
  • ein Bindemeister - verantwortlich für die Schläuche
  • ein Rohrführer

Der Rohrführer muß ein unerschrockener und mutiger Mann sein, der sich nicht scheuen darf, dem Feuer so nahe als möglich zu gehen. Auch muß er den nötigen Weitblick haben zu erkennen wie er den Wasserstrahl am sinnvollsten einsetzen könne.

In einem weiteren Schreiben von 1902 hat der Regierungspräsident zu Stade bestimmt, dass die Landkreise Verden und Fallingbostel sich bei Bränden zu helfen haben - und zwar :
Heins nach Hamwiede , Idsingen und Sieverdingen.
Nord- und Südcampen auf besondere Aufforderung von Heins nach Stellichte.

Bei Waldbränden erhalten unaufgefordert Hilfe:

  • Hamwiede und Idsingen von Heins
  • Klein Häuslingen von Otersen
  • Nord- und Südcampen von Stemmen
  • Hülsen von Westen.

Für den Einsatz der Spritze wurden zwei gute Pferde benötigt. Diese wurden von einem Bauern, welcher gutgehende, schnelle Pferde hatte, für unbestimmte Zeit zur Verfügung gestellt. Waren die Pferde in die Jahre gekommen, wurde das Gespann eines anderen Bauern ausgesucht.
Bei einem Einsatz mußten die Pferde von den Nachbarn des Geschädigten mit Futter versorgt werden. Hierfür waren je Pferd 7 Pfund Hafer bereitzustellen.

Während der Kriegsjahre war die alte Spritze mehrere Male bei Bränden im Einsatz - hierüber gibt es jedoch keine Aufzeichnungen.

Ältere Dorfbewohner bekunden, dass die Spritze auch nach dem Krieg einmal jährlich in ihrer Funktion überprüft wurde.

1992 wird die alte Handdruckspritze aus der Gründungszeit auf den Original Zustand restauriert.

Seitdem fahren jährlich 2-3 mal einige Kameraden mit dieser Spritze, gezogen von dem Pferd „Pico“ der Familie Remmert, zu Oldtimertreffen um dort mit einem „kleinen Löschangriff“ zu demonstrieren, wie früher gelöscht wurde.