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Leben im Dorf

  • Jagdgenossenschaft 
    Flächenverteilung SüdkampenAm 11. März 1859 wurde nach dem Rezess und der Bauernbefreiung durch das königliche Gesetz auch in Südkampen die Ordnung der Jagd geregelt. Die Größe der heute genossenschaftlichen Südkämper Jagd ist im Wesentlichen bei 1000 Hektar Größe geblieben.
    Jagdvorstände wurden von den Hofbesitzern in den Gemeinden gewählt. Sie waren damit betraut, die Gemeindejagd an geeignete Pächer zu verpachten und das eingenommene Jagdpachtgeld anteilig an die Grundstücksbesitzer zu verteilen. Ein Jagdvertrag aus Südkampen datiert aus dem Jahr 1870:
    Die Jagd der Feldmark der Gemeinde Südkampen ist von Seiten des Jagdvorstandes mit Zustimmung der Gemeinde öffentlich an den Baron v.d. Busche hierselbst auf die Dauer von sechs Jahren vom 1.Septemer 1870 bis 30. August 1876 für eine jährliche Summe von zwanzig Taler verpachtet.
    Südcampen, 14.Juni 1879 der Jagdvorstand  Peter„
    (Quelle: Südkampen von dem Ursprung bis ins dritte Jahrtausend, Seite 353)
    In einem weiteren Jagdpachtvertrag vom 01. September 1889 dokumentiert die Verpachtung an den Anbauern Heinrich Meyer. Als Jagdvorstand agiert Heinrich Spöring. Das Pachtgeld beläuft sich zu diesem Zeitpunkt auf 60 Mark. Bis Ende des zweiten Weltkrieges wurden die Geschäfte durch den gewählten Vorstand der Jagdgenossenschaft, in der Regel die größten Landwirte getätigt.  In der Zeit nach 1945 nahm die Vorstandsgeschäfte und die Verpachtung der jeweilige Bürgermeister wahr. Neugegründet wurde die Jagdgenossenschaft am 10. Juli 1970 durch den damaligen Bürgermeister Heinrich Ehlers. In den ersten Vorstand der Jagdgenossenschaft wählten die Anwesenden Hans-Heinrich Rüpke, Gustav Ahlden und Heinrich Fischer (Nr.11). Hans-Heinrich Rüpke leitete die Geschickte der Genossenschaft bis in das Jahr 2014.
    Zu den ersten Jagdpächtern der Südkämper Genossenschaftsjagd gehörten die Südkämper Ehler Oestmann und Karl Meyer (Gastwirt), gemeinsam mit C.W. Lindemann (Besitzer Mühle Stemmen, Landkreis Verden).
    Treibjagd, in seiner ursprünglichen Form, werden nach dem Sturm 1972 nicht mehr durchgeführt.
    Ab 1989 wurde die Jagd erstmalig auswärtig verpachtet. Für Trainingszwecke wurde in der Sandkuhle in Richtung Nordkampen ein Wurfscheibenstand eingerichtet. Später richteten die Jäger in der „Riepsheide“ einen Wurfscheibenstand ein, der über Jahrzehnte bis Ende der 1990iger Jahre betrieben wurde.  (Bild Wurfscheiben Stand)
    Wildbestand
    AbschussplanBedingt durch die Reviergröße, kann das Wild optimalen Lebensraum ohne Straßenüberquerung von Otersen bis nach Südkampen vorfinden. Revierübergreifende Jagd mit den angrenzenden Gemeinden haben zu einer positiven Entwicklung und Normalität im Bestand geführt. Lebensraum bietet die Gemarkung Südkampen den bekannten Wildtierarten wie Damwild, Füchsen, Kaninchen, Dachsen. Das Damwild war ursprünglich kein Standwild, wurde aber in den 1950iger Jahren ausgesetzt und hat sich seit der Zeit erheblich vermehrt. Hochwildbestände gab es in den Jahren 1991. 
    Aber auch Wildgeflügel oder Raubvögel wie Tauben, Fasanen, Rebhühnern, Bussarden, Milanen, Habichten finden Platz in der Vegetation. Der Verlauf des Vethbachs sorgt zudem für die Ansiedlung des Fischotters.  
    Aufgaben der Jagdgenossenschaft heute:
    Neben der Begrenzung des Tierbestands ist die Unfallprävention eine wichtige Aufgabe:
    Aufgrund der Streckenführung der L 160 ist Südkampen immer wieder an Aktionen und Versuchen zur Wild-Unfall-Prävention beteiligt. Hinweisschilder, Wildwarnreflektoren, optische Verengung durch Dichterstellung der Leitpfähle und vieles mehr haben zu einer Veränderung und Senkung von Unfallrisiken geführt.  Eine Veränderung im Abschussverhalten haben die Unfallzahlen an der Landstraße in Richtung Kirchboitzen und Stemmen positiv beeinflusst.
    Eck- Daten der Südkämper Jagdgeschichte
    1859 Einführung der Gemeindejagd
    1870 ältester vorhandener Südkämper Jagdpachtvertrag
    bis 1945 Jagdgenossenschaft leitet Geschäfte
    1948 Jagdgenossenschaft wird durch den jeweiligen Bürgermeister verwaltet
    10.Juli 1970 Neugründung der Jagdgenossenschaft durch den Bürgermeister Heinrich Ehlers
    1972 Sturm verursachst große Schäden in der Gemeinde/ Einstellung der Treibjagd in der Ursprungsform
    1978 Schneewinter führt zum Zusammenbruch des Niederwildbestands