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Geschichte

Von Sutkampe nach Südkampen- Die ersten Hinweise!
Wie viele Menschen lebten in Südkampen?
Diese Familien gibt es heute noch!
Gastfreundschaft in Südkampen- Tradition an verschiedenen Orten
Was ist der Südkämper Riemelreih? Woher kommt er?
Die Lage von Südkampen mit 345 Jahre Postwesen!
Woher kommen die Straßennamen in Südkampen?
Quellen

Die ersten Hinweise
20210117 RE Südkämper Stein1233/1237 gibt es den ersten Hinweis, dass ein Alard von Campen als Zeuge in einer Urkundenangelegenheit für Hermann von Hodenberg auftritt.

1255 erste urkundliche Erwähnung als „Sutkampe“ in einer Urkunde des Klosters St. Johannis in Walsrode. Die Brüder Johann, genannt Hernikere und Alard, genannt Pose übernehmen Grundbesitz in Nord- und Südkampen, der dem Kloster gehörte. Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass Südkampen sehr viel länger besteht als bisher angenommen. Die Ortsentstehung ist wahrscheinlich schon vor 1000, in fränkischer Zeit, zu vermuten. Die zahlreichen Ortsnamen mit „en“ und „em“ am Ende in der Allerregion stehen für das fränkische „heim“. Verden, Boitzen,Vethem, Grethem rechtfertigen diese Vermutung. Rund 120 Jahre später gibt es den ersten unmittelbaren Bezug zu unserem Dorf.

Die ersten Eckdaten von Südkampen im Überblick:
  • 1255 urkundliche Erwähnung als „Sutkampe“ in einer Urkunde des Klosters St. Johannis in Walsrode.
  • 1260 dokumentiert sich ein Harmanus (Hermann) de Campe als Zeuge
  • 1267/ 1280 und 1291 tritt Ritter Ludolfus de Campo in einer Reihe von Urkunden als Zeuge auf
  • 1280 Ludolfo und Conrado von Campen als Zeugen
  • 1296 und 1304 wird als Zeuge Gerhardus de Campe genannt
  • 1291 werden die Ritter Ludolf und Conrad von Campen als Hodenbergische Versallen an den Grafen von Hoya abgetreten

Wie viele Menschen lebten in Südkampen?

Um 1780 sind nachweislich 21 Feuerstellen (bewohnte Häuser) im Dorf ausgewiesen, einschließlich des besonders hervorgehobenen „Adels Hoff vom Busch“. Daraus lässt sich schließen das es zu diesem Zeitpunkt etwas 150 Einwohner in Südkampen gegeben hat.

1899 leben etwa 270 Einwohner in der kleinen Gemeinde

2020 haben ca. 400 Menschen in Südkampen ihre Heimat

Diese Familien gibt es heute noch!

Am 22.Februar 1475 übernimmt der Knappe Konrad von Ahlden, Ottos Sohn, im Zuge eines Tausches für einen Hof in Hollige einen Hof in Campen.

1496 Das Gut zu Südkampen (2 Meierhöfe) war wohl bis etwa 1496 im Besitz derer von Campen und ging dann in den Besitz der Familie von Ahlden über.

Der Familienname Ahlden ist auch heute noch vielfach in Südkampen zu finden. Der Urhof Südkampen Nr.28 befindet sich seit 1628 in Familienbesitz.

Der Hof Südkampen Nr. 29 Cammermann (heute Rüpke) ist seit 1683 in Familienbesitz

Gastfreundschaft in Südkampen- Tradition an verschiedenen Orten

1669 ist erstmals von Bierbrauen in Sud Campen die Rede. Im Krug von Johan Rötger (Heute Südkampen Nr. 1 Heinrich Kappenberg) ebenso im Steinicken Hause von Heinrich Hibbing (heute Heiner Tönsmann Südkampen Nr.19) wurde Kesselbier gebraut und verkauft, soviel wie im Dorf gebraucht wurde. Das Kruggeld ging jährlich an das Amt Rethem.

Die Post- und Handelsstraße von Bremen über Verden nach Hannover führte nach einer Karte der Kurhannoverschen Landaufnahme von 1778 durch Südkampen. Daraus entstand in Südkampen Nr.1 (Heute Heinrich Kappenberg) die erste Gaststätte, die bis 1908 betrieben wurde

Ab 1910 bis 1922 führte Südkampen Nr. 30 (heute Henry Früchtenicht) eine Gaststätte.

20210117 RE 1930 Gasthaus Meyer Kopie 220210117 RE 1975 Gasthaus Meyer Kopie1923 bis 1990 gab es in Südkampen Gasthaus Meyer Nr. 53 (heute Fritz Rüpke und Tim Rüpke) als zentrale Anlaufstelle für die Dorfgemeinschaft. Alle Vereine und Einwohner nutzen die Gaststätte für ihre zahlreichen gesellschaftlichen und privaten Feierlichkeiten. Das Landhaus Meyer erlangte in dieser Zeit einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Einer der Gründe war dabei sicherlich der große Saal, der für mehr als 200 Personen eine opulentes Platzangebot aufwartete und somit viele überörtliche Instituitionen den Weg nach Südkampen fanden.

Was ist der Südkämper Riemelreih? Woher kommt er?

20210117 RE Südkämper RiemelreihIn den Bruch wurde damals gemeinschaftlich Rindvieh getrieben. Wenn nun die Hirten des abends mit dem Vieh zurückkamen, fehlten öfter einige Stück. Es wurde dann geblasen, und das ganze Dorf rückte dann aus, um das fehlende Stück Vieh, welches meist im Sumpf steckengeblieben war, zu bergen. Diese gemeinschaftliche Hütung wurde auch nach der Verkopplung vorgesetzt. Als Hirte gab es im Dorf gemeinschaftlich einen Swen (Schweinehirt). Dieser weidete sämtliche Schweine des Dorfes. Wenn der Swen, des morgens austreiben wollte, dann blies er auf seinem Horn, und die Einwohner mussten dann ihre Schweine auf dem Brink zusammenbringen. Der letzte Südkämper Swen hieß Brandt und wohnte in Krusen Backhaus (heute Frank Harries Südkampen Nr. 7).

Die Lage von Südkampen mit 345 Jahre Postwesen!

Aufgrund der geografischen Lage an einer der wichtigsten Handelsstraßen von Braunschweig- Celle- Walsrode-Verden-Bremen, befand sich eine Pferdewechselstelle in Südkampen. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1641 beschreiben eine Station „Spedition Campen“, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Poststreckenausbau entstanden ist. Nach dem dreißigjährigen Krieg (1618-1648) übernahm die Poststation Südkampen eine wichtige Rolle. Zahlreiche Postvorgänge z. B. Fahrrouten, Fahrzeiten sowie Zollangelegenheiten für die Jahre 1670 bis 1753 belegen das. Um 1762 gab eine Hauptpostline von Bremen in das Herzogtum Lüneburg Celle, die über Südkampen führten.

Bis ca.1868 wurde viermal die Woche Post bestellt. Erst ab diesem Zeitpunkt setzte eine tägliche Briefzustellung ein, so dass täglich eine zweispännige Personenpost von Walsrode nach Verden fuhr. Südkämper konnten morgens mit der Post nach Verden fahren, um Einkäufe zu erledigen und abends wieder mit der Post zurückkehren. In der Südkämper Dorfchronik ist vom Dorfchronisten Heinrich Spöring vermerkt: „Wenn der Postillion des Abends den Ort wieder verlassen und im Schritt den Weißen Berg (Ortsausfahrt in Richtung Kirchboitzen) hinauffuhr, dann blies er jeden Abend auf seinem Posthorn das Lied „Schier 30 Jahre bist du alt“.

Der erste namentliche Posthalter und Postspediteur in Südkampen im 19. Jahrhundert war Dietrich Heinrich Duensing, wo sich auch der Dorfkrug befand. Die Hofstelle ist damals wie heute Südkampen Nr. 1 und liegt am Ortseingang Südkampen aus Richtung Kirchboitzen. Dieser Ort war Anlaufstelle für Überlandpost, die dann mit ausgewechselten Pferden mit der Postkutsche weiterbefördert wurde. Für die Benutzung der Straße und der Brücke kurz hinter der Hofstelle nahm der Postillion Wege- und Brückenzoll. Im Laufe der Zeit wurde hier auch öffentliche Fernsprecher installiert, die per Hand bedient werden mussten. Bis 1964 war Marianne Kappenberg die letzte Posthalterin auf dem Hof Kappenberg. Danach übernahm Frau Gertrud Meyer die Funktion der Posthalterin. Angesiedelt war die Post dann in der Gaststätte Karl Meyer bis 1986. Gertrud Meyer hatte um 1970 sogar den Status einer Beamtin auf Widerruf. Schalter und Telefondienst (eine öffentliche Fernsprechzelle) gehörten zum täglichen Dienstaufgaben. Genauso auch die Sortierung der Post, die täglich von der Hauptpost Walsrode mit dem Postauto gebracht wurde. Die Verteilung übernahm Gertrud Meyer täglich mit dem Fahrrad später dann mit dem Auto. Als weitere Aufgaben gehören Einzahlungen, Rentenzahlungen, Paketdienst und sonstige Zustellungen dazu. Im Jahr 1984 übernahm Elfriede Wöhlke die Funktion der Posthalterin. Die Post war nun im Haus Südkampen Nr. 68 untergebracht. Aus Gründen der Rationalisierung hat eine der traditionsreichsten Poststellen in der Stadt Walsrode 1996 ihr Ende gefunden.

Woher kommen die Straßennamen in Südkampen?

StrassenIn Südkampen gibt es keine Straßennamen. Trotzdem ist der Ort in sechs verschiedene „Straßen“ unterteilt. Entstanden sind diese Bezeichnung um 1980 mit der Einführung eines Pokalwettkampfes durch den Schützenverein zur Förderung der Dorfgemeinschaft. Diese Bezeichnungen beruhen zum Teil auf Flurbezeichnungen (Krummer Acker), ihrer Lage (City, Achern Barg, Beekhalf) oder frei erfunden (Lustiger Strumpf, Berggeister). Auffällig ist ein Bereich, der als Eddelhoff bezeichnet wird. Seine Namensgebung hängt dem früheren ansässigen Rittergut zusammen. Von 1475 bis 1778 in Besitz der Familie von Ahlden. Ab 1798 bis zur Auflösung des Lehnverhältnisse im Besitz der Familie von dem Busche. Im Jahr 1848 kauft Baron Hilmar Ludwig Closman von dem Busche das Gut mit dem Herrenhaus aus dem Jahr 1746. Bis Anfang des 20.Jahrhunderts bleibt die Familie dort ansässig. Um 1905 verkaufte die Familie den Gutshof. Aus dem Gutshof entstanden vier Hofstellen. Die bewirtschafteten Flächen erwarben Südkämper Landwirte.

20210117 RE Krummer Acker

20210117 RE Beekhalf20210117 RE Lustiger Strumpf20210117 RE CITY





Quellen:

Quelle dieser kurzen Übersicht über „Südkampen im Wandel der Zeiten“ diente insbesondere das Buch „Südkampen von den Ursprüngen bis ins dritte Jahrtausend“, in dem das Ehepaar Dr. Liselotte und Dr. Wolfgang Sterner, Mitbewohner unseres Dorfes, nicht nur die Geschichte und Geschicke unseres Dorfes festgehalten haben, sondern auch dokumentierten, was sich hier in Südkampen ereignete, insbesondere vor dem Hintergrund der regionalen und überregionalen Geschichte. Somit ist dieses Buch viel mehr als nur eine Dorfchronik geworden und sicherlich auch für den interessierten Leser außerhalb unserer Dorfgrenzen eine spannende Lektüre. Exemplare sind über den Ortsvorsteher von Südkampen zu erwerben.