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Geschichte

Geschichte und Wissenswertes über Südkampen

Die in unserer Region und in unmittelbarer Umgebung zahlreich vorgefundenen Hügelgräber lassen darauf schließen, daß hier eine Besiedlung durch Menschen schon zum Ende der Jungsteinzeit (etwa 2500-1800 v. Chr.) stattgefunden hat. Unterstrichen wird dieses durch den Fund eines Flintdolches auf einem Acker in Ortsnähe.

Dokumente über die Entstehung unseres Ortes sind nicht vorhanden. So lassen sich allein aus den geschichtlichen Entwicklungen Rückschlüsse und Vermutungen über eine Orts Gründung ableiten. Bedingt durch die Franken erfolgte im Niedersächsischen Raum im letzten Drittel des 1. Jahrtausends unserer Zeitrechnung ein gewaltiger Siedlungsvorstoß.

Es ist anzunehmen, daß die Ortschaft Südkampen (ehemals Campen) in dieser Periode schon vor der ersten Jahrtausendwende entstanden ist. 

Die Post- und Handelsstraße von Bremen über Verden nach Hannover führte nach einer Karte der Kurhannoverschen Landaufnahme von 1778 durch Südkampen.

Im Raum Verden und Südkampen dürfte diese Straße auf der Tresse der alten Fränkischen Heerstrasse verlaufen sein. Sie führte vermutlich direkt durch den Ortskern von Südkampen, was auch durch einen archäologischen Kartenfund belegt worden ist.

In dieser der ältesten, uns bekannten, Karte unserer Heimat der „DUKATUS LUNEBURGENESIS“ aus dem Jahre 1660, ist der Ort „Kampe“ an der Stelle des heutigen Südkampen verzeichnet.

Erste Hinweise, die durch Abschriften alter Urkunden belegt sind, stammen aus dem Jahre 1237. Dort wird ein Alard von Campe als Zeuge in einer Urkunden Angelegenheit für Hermann von Hodenberg erwähnt. Der Ortsname „sudkampe“

(lateinisch) wird urkundlich erstmals im Jahre 1255 nachweisbar im Zusammenhang mit der Übertragung von Grundeigentum vom Kloster Walsrode an die Brüder Johann und Alard von Campe, erwähnt.

Hinweise, die auf ein frühes Schulwesen in unserem Ort schließen lassen, finden wir aus dem Jahre 1711. Die alte Schulmeisterin von Südkampen erhält aus der von Hodenberg`schen Stiftung ein Almosen.

Von Alters her gehörte zu jedem Dorf eine Feuerwehr - so auch in Südkampen. Als Gründungsdatum für die „Freiwillige Feuerwehr“ sehen wir heute den 4. Januar 1875, denn an diesem Tag wurden vier Südkämper Dorfbewohner durch „eidliche „ Inpflichtnahme zu Spritzenmännern der Südkämper Feuerspritze bestellt. Diese Feuerspritze, die unmittelbar davor mit Zuschüssen des Fürstentums Lüneburg angeschafft wurde, ist inzwischen von den Feuerwehrkameraden liebevoll renoviert und restauriert worden. Sie präsentiert sich heute als eine der ältesten erhaltenen und funktionsfähigen Feuerspritzen unserer Gegend.

Schon immer prägten Vereine das kulturelle und gesellschaftliche Leben in den Dörfern.

In Südkampen wurde 1892 ein Männergesangverein gegründet. Es folgte im Jahre 1922 der Schützenverein und 1949 ein Turn- und Sportverein, der vor der Vereinsgründung schon als Theatergruppe erfolgreich war. Auf einem im Jahre 1950 neu angelegtem Sportplatz wurde vor allen Dingen Feldhandball gespielt, aber auch Turnen und Tischtennis wurde angeboten.

Durch den Neubau der Schule im Jahre 1954 auf dem Sportplatzgelände war der Platz für Wettkämpfe nicht mehr groß genug.

Außerdem verließen in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts immer mehr junge Leute die Dörfer und es fehlte dann letztendlich an aktiven Sportlern, was 1956 zur Einstellung des Sportbetriebes und Auflösung des Vereines führte

KHS SK 35 ChorAus dem Männergesangverein wurde im Jahre seines 75-jährigen Jubiläums ein gemischter Chor, da auch hier sangesfreudige Männer fehlten. Das plötzliche Ausscheiden des beliebten Chorleiters, und die vergebliche Suche nach gleichwertigem Ersatz führten im Jahre 1988 zur Einstellung der Aktivitäten des gemischten Chores.

 

So blieb allein der Schützenverein als Anlaufpunkt für Unterhaltung und Geselligkeit im Dorf erhalten. Aber auch das Schützenwesen muß gepflegt werden, sowohl im traditionellen- und ganz besonders auch im sportlichen Bereich. Hier kann der Schützenverein beachtliche Erfolge in allen Bereichen aufweisen.

Zwei Mannschaften sind im Sportbereich in der Regionalliga aktiv. Ganz besonders hervorzuheben ist die Jugendarbeit des Schützenvereins. Hier wird vorbildlich gearbeitet. Um dem Schützenverein und der Dorfgemeinschaft die Möglichkeit zur Unterhaltung, Geselligkeit sowie Feierlichkeiten zu geben, wurde im Jahre 1993 das größte Bauvorhaben der Vereinsgeschichte beschlossen:

Der Bau einer Schützenhalle! Dieser Bau wurde insbesondere dadurch ermöglicht, daß der neue Besitzer des Schießstandgeländes, Horst Bartz, dem Schützenverein das Gelände für 99 Jahre auf Erbpacht überließ.

In den Jahren 1994 bis 2000 wurde nach dem Bau der Schützenhalle noch das gesamte Schießstandgebäude von Grund auf saniert. Danach wurde außerdem ein Küchentrakt an die Schützenhalle angebaut.

Im Jahre 2007 wurde erneut ein großes Bauvorhaben beschlossen:

Um den Sportschützen, und vor allem der Schützenjugend in Zukunft die Austragung von Wettkämpfen in Südkampen zu ermöglichen, wurde beschlossen, den alten Luftgewehrstandes abzureißen und einen Neubau mit 12 Schießbahnen zu bauen. Außerdem sollte der K. K. Schießstand renoviert und auf den technisch neusten Stand gebracht werden. Diese Bauvorhaben wurden 2008 in Angriff genommen. Viele freiwillige Helfer sorgten dafür, dass schon im Mai Richtfest gefeiert werden konnte. Pünktlich zur Feier des 50. Kreisschützenfestes im August 2008 war der Bau fertig.

Kleinere Baumaßnahmen, wie die Renovierung des Daches der Schützenhalle, die Schädlingsbekämpfung des Schießstanddachgebälkes usw., folgten. An der Entstehung dieses Baues kann man erkennen, zu welch großartigen Leistungen eine intakte Dorfgemeinschaft in der Lage ist. Heute kümmert sich auf Anregung des ehemaligen Ortsvorstehers Klaus Grubert die Gruppe „ Fleißige 60iger“ um die Pflege und Erhaltung von Grundstück und Gebäude. Neben dem Schützenverein und der Freiwilligen Feuerwehr, gelingt es innerhalb des Dorfes auch sog. „Straßen“, den Zusammenhalt der Bewohner zu fördern und Verantwortung für die Allgemeinheit zu übernehmen.

So ist es heute selbstverständlich, daß Mitbewohner der Straßengemeinschaften im monatlichem Wechsel anfallende Arbeiten rund um die Schützenhalle übernehmen. Südkampen teilt sich in folgende Straßen Gemeinschaften auf, die man auch „Ortsteile“ nennen könnte:

Achtern Barg - Beekhalf - Berggeister - City -
Eddelhoff - Krummer Acker und Lustiger Strumpf.

Als weitere Gemeinschaft gibt es die „Auswärtigen“. Das sind die Südkämper, die fortgezogen sind, sich aber mit der Dorfgemeinschaft weiterhin noch eng verbunden fühlen.

Mit der Gebietsreform im Jahre 1974 verlor Südkampen seine Selbständigkeit und wurde als Ortsteil in die Stadt Walsrode eingemeindet. Damit einhergehend wurde ein Jahr später der Schulbetrieb in Südkampen eingestellt.

Im Schulgebäude fand zunächst parallel zum Schulbetrieb ein Kinderspielkreis sein Zuhause. 1994 wurde das Schulgebäude umgebaut und damit konnte das Betreuungsangebot für die zahlreichen Kinder durch zwei zusätzliche Kindergartengruppen erweitert werden. Damit entstand der Kindergarten „Unter dem Regenbogen“.

Mitte- und Ende der Achtziger Jahre hatte die Dorfgemeinschaft Südkampen wegen des vorhandenen freien Wohnraumes durch den Zuzug zahlreicher kurdischer Familien mit starker Überfremdung zu kämpfen.

Zeitweise waren mehr als ein Drittel der Einwohner Südkampens ausländische Mitbürger ohne deutsche Sprachkenntnisse. Große Bemühungen der Südkämper Einwohner, unter besonderem Einsatz des damaligen Ortsvorstehers Ullrich Meng, dieses Mißverhältnis zwischen einheimischen- und ausländischen Mitbürgern zu ändern, führten erst Anfang der Neunziger Jahre durch den Wegzug der kurdischen Familien zum Erfolg.

Im Jahre 2005 feierte Südkampen den 750. Jahrestag seiner Gründung. Aus Anlaß dieses Ereignisses wurde an einem zentralen Platz im Ort ein großer Findling, der in der Gemarkung Südkampen gefunden wurde, aufgestellt und mit einer Inschrift versehen. Während der Feierlichkeiten „750 Jahre Südkampen“ wurde der Stein nach einem „Gottesdienst im Freien“ eingeweiht.
KHS SK 03 Stein

Die öffentlichen Feiern dazu begannen am 16. Juli mit einem Festball in der Schützenhalle.

Der 17. Juli wurde von den „Straßengemeinschaften“ mit Vorführungen, Spielen und Theaterstücken belebt. Darüber hinaus gab es vielerlei Angebote für Essen und Trinken. Unzählige Gäste haben das Fest, bis weit in die Nacht hinein gefeiert.

Im feuchten Sommer 2007 belegte zum ersten Mal seit Menschengedenken ein Storchenpaar hinter der Pension Langrehr ein vorbereitetes Nest. Leider hat das Pärchen keinen Nachwuchs bekommen und auch das Nest nach einem kurzen Besuch im Frühjahr 2008 nicht wieder angenommen.

Die einst prägende Landwirtschaft verliert sich auch in unserer Region immer weiter. Heute gibt es nur noch acht Vollerwerbsbetriebe. Das Landschaftsbild wird inzwischen von ausgedehnten Spargel, Blaubeer- und Maisfeldern geprägt.

Die Versorgung mit den Grundnahrungsmitteln wird unverändert nur durch ein kleines Lebensmittelgeschäft betrieben. Leider stellte „Hannes Laden“ (Hannelore Langrehr) zum 1.Oktober 2010 den Betrieb ein, so dass die Südkämper sich außerhalb des Ortes versorgen müssen.

An Gewerbebetrieben gibt es ein Tiefbauunternehmen, ein Auftragsforschungslabor, eine Zimmerei mit Sägewerk, eine Tischlerei, eine Wellness Pension, verschiedene Angebote an Ferienwohnungen und einige kleine Dienstleistungsunternehmen. Südkampen umfaßt eine Fläche von gut 1000 ha und hat aktuell 430 Einwohner. Bemerkenswert erscheint, daß rund 25 % der Dorfbewohner 20 Jahre und jünger sind, was eindrucksvoll beweist, daß wir kein „aussterbendes“ Dorf sind.

Im Jahre 2007 gelang es mit Jürgen Bockelmann erstmalig einem Südkämper Schützen die Würde des Kreisschützenkönigs zu erringen. Damit hatten die Südkämper das Recht, sich um die Ausrichtung des Kreisschützenfestes in Südkampen zu bewerben. Das Fest fand dann bei strahlendem Sonnenschein im August 2008 im von allen Einwohnern festlich geschmückten Südkampen statt. Die gute Vorbereitung und Durchführung wurde allseits gelobt und hat den Südkämpern sicherlich viele Sympathien eingebracht.

Im August des Jahres 2010 feierten die Dorfgemeinschaften aus Nord und Südkampen gemeinsam auf der Mitte zwischen den Orten auf den Wiesen in der „Dummhorst“ das 755 jährige Bestehen beider Orte. Auch dieses Fest war gut vorbereitet und wurde von Jung und Alt sehr gut angenommen.

Im gleichen Jahr wurde mit dem Bau einer Fernwärmeleitung aus einer Biogasanlage in Blankemühlen begonnen. An diese Leitung wurden bis zum Herbst 2010 ca. 30 Haushalte angeschlossen. Nach Anlaufschwierigkeiten läuft die Anlage zur Zufriedenheit der Nutzer.

Am 14. August 2011 feierte die freiwillige Feuerwehr Südkampen ihr 50 jähriges Bestehen in der Scheune von Jörg Norden. Im gleichen Jahr wurde eine zweite Wärmeleitung aus der Biogasanlage Rüpke/Fischer im Dorf installiert. 2012 folgte dann eine dritte Leitung. Somit werden ca. 90% aller Haushalte mit Wärmeenergie aus Biogasanlagen versorgt.

Im Juli 2012 fegte eine verheerende Windhose über Südkampen hinweg und vernichtete südlich des Ortes ca.… ha Kiefernwald. Aber auch im Ort entstand beträchtlicher Schaden durch viele entwurzelte alte Eichen besonders auf dem Hof Winkelmann und Haus Nr. 21. Auf dem Hof Carsten Fischer fiel eine große Linde. Eine weitere Linde fiel auf das Dach des Hauses Bold und zerstörte es teilweise.

Auf dem Gelände der Firma BioMedVet fielen zahlreiche große Birken der Windhose zum Opfer. Eine davon beschädigte das Pförtnerhaus. Eine große Eiche fiel auf den Giebel des Hauses von Dr. Sterner.

Im Jahre 2012 gelang es zur Freude aller Südkämper dem langjährigen ersten und jetzigen Ehrenvorsitzenden des Schützenvereines Friedel Wilkens die Kreiskönigswürde zu erringen. Damit findet nach 2003 und 2008 zum 3. Mal ein Kreisschützenfest in Südkampen statt.

In den Jahren 2012 und 2013 wurden im Ort zwei neue Wärmeenergieleitungen aus der Biogasanlage Rüpke/Fischer installiert. Damit werden 80% der Südkämper Haushalte mit Wärmeenergie versorgt.

Quelle dieser kurzen Übersicht über „Südkampen im Wandel der Zeiten“ diente insbesondere das Buch „Südkampen von den Ursprüngen bis ins dritte Jahrtausend“, in dem das Ehepaar Dr. Liselotte und Dr. Wolfgang Sterner, Mitbewohner unseres Dorfes, nicht nur die Geschichte und Geschicke unseres Dorfes festgehalten haben, sondern auch dokumentierten, was sich hier in Südkampen ereignete, insbesondere vor dem Hintergrund der regionalen und überregionalen Geschichte. Somit ist dieses Buch viel mehr als nur eine Dorfchronik geworden und sicherlich auch für den interessierten Leser außerhalb unserer Dorfgrenzen eine spannende Lektüre.

Ulrich Meng, 2003, aktualisiert von Karl-Heinz Schaardt im Juni 2008 und im Mai 2013.